Cybersecurity Trends

Als die Europäische Zentralbank am 7. Juli 2026 einen Brief an die CEOs der beaufsichtigten Institute verschickte, war die Stoßrichtung klar: Unter dem Titel „Addressing AI-enabled cybersecurity threats" fordert die EZB, dass sich die Institute ernsthaft und nachweislich mit KI-gestützten Cyberbedrohungen auseinandersetzen und bis zum 31. Oktober 2026 einen Aktionsplan bei ihrem jeweiligen Joint Supervisory Team einreichen.
Ein Anruf des CEOs mit einer dringenden Zahlungsfreigabe. Eine Videokonferenz mit bekannten Gesichtern. Eine Sprachnachricht eines Kollegen mit der Bitte um schnelle Unterstützung. Lange galten genau diese Kommunikationsformen als vertrauenswürdig. Doch mit dem Fortschritt generativer KI verändert sich die Realität digitaler Kommunikation grundlegend.
Die Bedrohungslage für Unternehmen wird auch in diesem Jahr komplexer. Neben staatlich unterstützten Angriffen - vor allem aus Russland, China und zunehmend auch Nordkorea - verzeichnen wir immer mehr kommerziell motivierte Angriffe, die hochprofessionell nach dem CaaS-Modell (Cybercrime as a Service) durchgeführt werden. Dabei fällt auf, dass die Geschwindigkeit, mit der gestohlene Daten zum Verkauf angeboten oder ausgenutzt werden, stetig zunimmt. Nicht selten werden kompromittierte Accounts bereits nach wenigen Minuten übernommen. Weiteres Gefahrenpotenzial geht von Phishing-Kampagnen aus, die durch den Einsatz von KI immer zuverlässiger werden. Last but not least setzen Kriminelle zunehmend plattformübergreifende Malware ein, die neben Windows auch Linux und Mac OS adressiert. Wie können Unternehmen den neuen Herausforderungen begegnen?
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